Aufhebung von NS-Urteilen (Strafrechtsentscheidungen, Erbgesundheitsurteile, Militärjustiz)

Die Aufhebung von NS-Urteilen erfolgte nicht pauschal und einheitlich. Das Anliegen der Rechtssicherheit erforderte nach Ansicht des ersten Bundesjustizministers Dehler eine Einzelfallentscheidung. Damit wurde die Rehabilitierung von Opfern des NS-Unrechtsregimes verzögert. Erst mit Bundesgesetz vom 25. 8. 1998 wurden die Urteile des Volksgerichtshofs und der 1945 in den Reichsverteidigungsbezirken eingerichteten Standgerichte pauschal aufgehoben. Mit Gesetz vom 23. 7. 2002 wurden die meisten Urteile aus der Wehrmachtgerichtsbarkeit aufgehoben, Kriegsverratsfälle folgten erst im September 2009. In diesem Teilprojekt soll den Gründen für diese späte Aufhebung nachgegangen werden.