Bürgerliches Recht und Wirtschaftsrecht

Auch wenn das Strafrecht als repressivstes Mittel staatlicher Steuerung die meiste Bekanntheit besitzt, sind auch in zivilrechtlichen Rechtsgebieten Kontinuitäten zu verzeichnen. Das gilt neben dem Gesellschaftsrecht vor allem für das Familien- und Mietrecht, in welchen sich die NS-Ideologie in Gesetzgebung und Rechtsprechung zwischen 1933 und 1945 fest etabliert hat. Die Folgewirkungen in der Abteilung I des BMJ gilt es zu untersuchen. Entsprechendes gilt neben dem Bürgerlichen Recht vor allem im Wirtschaftsrecht (Gesellschafts- und Handelsrecht. Bislang ist dieser Aspekt mit Bezug zur Abteilung III des BMJ wenig untersucht. Auch in dieser Abteilung sind indes personelle Kontinuitäten zu verzeichnen.

Erste Forschungsergebnisse der UWK finden sich in den Beiträgen von Dieter Schwab, „Entwicklungen im Familienrecht vor und nach 1945“ und Jan Thiessen, „Wirtschaftsrecht und Wirtschaftsrechtler im Schatten der NS-Vergangenheit“,  in: Die Rosenburg, hrsg. von Manfred Görtemaker und Christoph Safferling, Göttingen 2013. Außerdem: Eva Schumann, „Fortwirken von NS-Juristen in der Bundesrepublik“ in: Die Verantwortung von Juristen, hrsg. von UWK, Berlin 2013.