Das BMJ und die Verfolgung von Verbrechen im Zusammenhang mit dem Holocaust

Dieses Teilprojekt behandelt die Haltung des BMJ zur Verfolgung von NS-Verbrechen durch die deutsche Justiz, die in der Bundesrepublik erst 1950 mit dem Gesetz Nr. 13 des Rats der Hohen Kommissare begann. Allerdings wurden zunächst nur Verbrechen verhandelt, die von Deutschen an Deutschen begangen worden waren. Spätestens beim Ulmer Einsatzgruppenprozess 1958 wurde jedoch deutlich, dass diese Perspektive nicht ausreichte. Mit der Gründung der Zentralen Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen in Ludwigsburg 1958 wurden danach auch nationalsozialistische Tötungsverbrechen an Zivilpersonen außerhalb des Bundesgebietes verfolgt, darunter vor allem jene Verbrechen, die außerhalb der eigentlichen Kriegshandlungen stattgefunden hatten, beispielsweise in Konzentrationslagern oder Ghettos, sowie die von den sogenannten „Einsatzgruppen“ verübten Massentötungsdelikte.

Erste Forschungsergebnisse der UWK finden sich in dem Beitrag von Thomas Vormbaum, „Die strafrechtliche Aufarbeitung’ der nationalsozialistischen Justizverbrechen in der Nachkriegszeit“, in: Die Rosenburg, hrsg. von Manfred Görtemaker und Christoph Safferling, Göttingen 2013. Sowie: Günter Hirsch, „Die Bundesdeutsche Justiz und die Aufarbeitung von NS-Justizunrecht“, in: Die Verantwortung von Juristen, hrsg. von UWK, Berlin 2013.